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Wissenswertes über den Leipziger Stadtteil Gohlis

Das Gohliser SchlößchenDie Gemarkung Gohlis befindet sich im Norden der Stadt Leipzig. Sie grenzt im Norden an die Gemarkung Großwiederitzsch, im Osten an die Gemarkung Eutritzsch, im Süden an die Gemarkung Leipzig und im Westen an die Gemarkung Möckern. Auf der Gemarkung Gohlis befand sich das Dorf Gohlis und das Rittergut Gohlis.

Seit der Eingemeindung der Gemeinde Gohlis am 01.01.1890 gehört die Gemarkung Gohlis zum Territorium der Stadt Leipzig. Heute liegen folgende Ortsteile (wenigstens teilweise) auf der Gemarkung Gohlis: Gohlis-Süd (auf dem Südteil der Gemarkung), Gohlis-Mitte (auf dem mittleren Teil der Gemarkung), Gohlis-Nord (auf dem nördlichen Teil der Gemarkung) und Eutritzsch (auf kleinen Teilen im Osten der Gemarkung).

Woher kommt der Name?

Variante I
Das Gassendorf Gohlis mit seiner angerartigen Erweiterung entstand im Zuge der deutschen Ostsiedlung ("Kolonisation").
Der Name bedeutet "öder Ort" und leitet sich aus dem Sorbischen ab.

Variante II
Im 13. Jahrhundert legten zugewanderte flämische Bauern nahe der Ursprungssiedlung Leipzig den Vorort Gohlis an. Zwar lässt die damalige Bezeichnung "Golitz" mit der Endung -itz auf sorbische Siedler schließen, aber Variante II scheint wahrscheinlicher.

Kurzer historischer Abriss

Der Siedelvertrag des Meißner Bischofs Gerung für Kühren (bei Wurzen) aus dem Jahre 1154 bezeugt die Ansiedlung von Flamen. Eine bis heute beliebte Erbschaft der Zuwanderer aus Flandern und den südlichen Niederlanden ist die "Gose" (von: geuze), ein berühmtes Weißbier.
1318 wird das Rosental erstmals erwähnt
1539 tritt Gohlis zum lutherischen Bekenntnis über
1541 heißt der Ort "Golitz" und hat dem Thomaskloster Wiesenzins zu leisten
Zwischen 1631 und 1649 (im Dreißigjährigen Krieg) wird Gohlis fünfmal verwüstet und niedergebrannt.
1685 erhält Gohlis eine eigene Schule die in das Zentrum des Dorfes in der Mitte der Dorfstraße (Menckestraße) gebaut wurde (auf der angerartigen Ausweitung gegenüber des Gohliser Schlösschens).
29. November 1745 Husaren plündern Gohlis
1755/56 lässt der Ratsbaumeister Johann Caspar Richter das"Gohliser Schlösschen"bauen.
1764 gehört das Dorf zum Amt Leipzig
7. Mai bis
11. September 1785
auf Einladung Gottfried Körners hält sich Friedrich Schiller in Gohlis auf
16. Oktober 1813 das Schlösschen dient der französischen Armee als Hauptquartier
1819 Ausbau der Hallischen Landstraße zwischen Chausseehaus und Möckern
Am 19. August 1840 wird die Leipzig-Halle-Magdeburger Eisenbahn eröffnet (durchquert Gohlis nördlich der heutigen Blumen- und Magdeburger Straße)
1842 fand die letzte Hinrichtung in Gohlis statt (die des Buchbindergesellen Seifert)
1849 erfolgte der nochmalige Ausbau des Gefängnisses
1851 erhielt Gohlis einen eigenen Friedhof (Areal zwischen Breitenfelder- und Möckernscher Straße)
1860/61 Bau des neuen Schulgebäudes am Lindenplatz (Kirchplatz)
1871 wird die Aktienbrauerei mit ihrem kleinen Ausschank dem "Bräustüb'l"an der Hallischen Straße gegründet 
1872 Bau einer "Fabrik für Kakao- und Schokoladenherstellung" im alten Dorfkern (hintere Menckestraße)
1876 erhält Gohlis eine eigene Sparkasse.
1885 Abbruch des alten Schul- und Gefängnisskomplexes
1896 erste Fahrt der elektrische Straßenbahnbetrieb von Gohlis (Hallische Straße, heute G.-Schumann-Str.) nach Connewitz 
1. Januar 1890 Eingemeindung nach Leipzig um 1900 Bebauung des Viertels um den Poetenweg Platnerstraße und Primavesiweg
1950 wird das Bacharchiv im Gohliser Schlösschen beheimatet (bis 1985).
1952 Eröffnung der Poliklinik Nord (Menckestraße)
1969

der Bahnhof Gohlis wird ein S-Bahn-Haltepunkt.

Quelle: http://www.leipzig-gohlis.de/ (mit freundlicher Genehmigung)
©h.böger